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K.St.V. Ketteler zu Mainz im KV

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Bischof Ketteler
Lebenslauf Ketteler
Nachruf Ferdi Stark
Zum Tode von Dr. Straßer
Zur Beisetzung von Dr. Straßer
Festrede von Prof. Dr. Joachim Raczek zum 56. Stiftungsfest

Bischof Wilhelm Emanuel von Ketteler

Wilhelm Emanuel von Ketteler
geboren am 25. Dezember 1811 in Münster
gestorben am 13. Juli 1877 in Mainz
Bischof zu Mainz von 1850 bis 1877

Bischof Ketteler gilt als einer der herausragenden Begründer der katholischen Soziallehre und der mit dieser parallel verlaufenden Bewegung.

Er sah im besonderen Bemühen um den Schutz und das Wohl der damals neu entstehenden Arbeiterklasse die wesentliche Aufgabe der Kirche in seiner Zeit. In seinen berühmten sozialen Predigten und Schriften von 1848 forderte Ketteler zur Lösung der sozialen Frage im notwendigen Zusammenhang von Politik und Ethik auf. Gegenüber Liberalismus und revolutionärem Sozialismus kritisch eingestellt, suchte er die sozial-ethisch begründete Reform der Gesellschaftsordnung.

Ketteler postulierte in einer Anrede von 1869 das Sozialstaatsprinzip als Verfassungsprinzip - eine Forderung, die heute im Grundgesetz verwirklicht ist. Sein sozial-ethischer Ansatz führt auf der Basis der Eigentumsethik und der sozialen Menschenrechte zu verbindlichen Voraussetzungen, denen die ökonomische Ordnung unterworfen werden muß - die Schaffung der sozialen Marktwirtschaft ist die Konsequanz daraus.

Bischof Ketteler war durch und durch ein Praktiker, eine politische Persönlichkeit der es nicht nur um soziale Lehre, sondern vielmehr um die soziale Tat ging.

Wilhelm Emanuel von Ketteler verkörperte in seiner Person zweierlei: den Juristen und progressiven Politiker der Frankfurter Nationalversammlung auf der einen und den sozial engagierten Theologen auf der anderen Seite. In beiden Bereichen galt sein Bemühen einem großen Ziel, die sozialen Bedingungen zu verbessern - und dies zu einer Zeit, in der die Namen Bismarck und Marx in diesem Zusammenhang noch unbekannt waren.

Zum verpflichtenden Erbe Kettelers gehört es, wichtige soziale Fragen nicht getrennt vom politischen Bereich und nicht jenseits ethischer und religiöser Überzeugungen zu entscheiden.